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"Ich freue mich jeden Tag, wenn die Sonne scheint!"

18.04.2019

Seit Mai 2018 läuft auf der Gartenstadt die Solarkation „Mach dein Dach sonnenreif!“. Die Aktion unterstützt Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer, die eine Photovoltaik (PV)-Anlage auf ihrem Dach installieren, mit einem Solar-Check vor Ort und einem SolarBonus in Höhe von 160 Euro pro kWp. Eine dieser Hauseigentümerinnen und die erste Antragstellerin auf den SolarBonus ist Frau Birgit Schadt. Sie stand uns nun für ein Interview zur Verfügung.

Klimaschutzagentur (KSA): Frau Schadt, Sie waren am 05. Mai 2018 beim Auftakt von „Mach dein Dach sonnenreif!“ und wenige Tage später lag uns bereits ihr Antrag auf einen SolarBonus vor. Warum haben Sie sich dafür entschieden, eine PV-Anlage auf Ihrem Dach zu installieren? Wie lange produzieren Sie bereits Ihren eigenen Strom?

Schadt: In erster Linie wollte ich meinen Beitrag für die Umwelt leisten, da Kohlekraftwerke und Atomstrom für mich keine Lösung sind. Außerdem sind nicht nur die Preise für die Module und Batterien günstiger geworden, sondern auch die Module effizienter. Die Anlage (30 Module, 8,7 kWp in Ost-West-Ausrichtung) liefert seit August 2018 erstaunlich viel Strom. Ich hoffe, dass die E-Autos bald billiger werden, um mehr Strom selbst verbrauchen zu können. Auch werde ich noch eine mobile elektrische Speicherheizung und ein E-Bike kaufen.

KSA: Sie haben zusätzlich einen Stromspeicher einbauen lassen. Warum war Ihnen das wichtig?

Schadt: Heutzutage ist der Strom aus der Steckdose teurer als der Strom aus der eigenen PV-Anlage. Deshalb lohnt es sich besonders, den selbst erzeugten Strom im Haus zu nutzen. So zahlt sich die Investition auch schneller aus.

KSA: Verfolgen Sie die tägliche Stromproduktion Ihre Anlage?

Schadt: Ja, es ist sehr spannend zu sehen, wann wie viel Strom produziert, zugekauft und verbraucht wird. Ich schaue mir jeden Morgen in einem Internetportal die aktuelle Leistung an.

KSA: Sie waren die erste Antragstellerin auf der Gartenstadt für den SolarBonus der Stadt Mannheim. Haben Sie neben den städtischen Mitteln noch andere Fördergelder in Anspruch genommen?

Schadt: Die L-Bank hat für die Batterie einen Zuschuss bezahlt. Die Lithium-Ionen-Technologie ist sehr ausgereift und Batterien können ökologisch und ökonomisch in Zukunft recycelt bzw. produziert werden. Ich hatte mich schon zuvor monatelang mit dem sehr komplexen und breit gefächerten Thema beschäftigt und mehrere Angebote eingeholt.

KSA: Welche Erfahrungen konnten Sie seit der Installation der PV-Anlage sammeln?

Schadt: Die Anlage arbeitet bisher wunderbar und ich freue mich jeden Tag, wenn die Sonne scheint und das tut sie auch im Winter oft. Über die Gegenargumente der Kritiker wie Brandgefahr, Recycling und Leistungsabfall habe ich mich gründlich informiert. Leider höre ich aber immer wieder von vielen Leuten Gerüchte und Halbwahrheiten, wie z. B. dass die Feuerwehr nicht löschen würde. Ich habe dann einfach mal bei der Feuerwehr angerufen. Die wissen selbstverständlich, wie man die Anlage im Brandfall löscht.

KSA: Wie empfanden Sie die Umsetzung?

Schadt: Die Firmen installierten die Anlage sehr professionell und es war richtig aufregend bis der erste Strom produziert wurde. Nur die Bürokratie ist viel zu aufwendig. Beim Finanzamt muss die Umsatzsteuer angemeldet werden. Auch die Antragsformulare der L-Bank waren nicht so einfach auszufüllen. Dagegen können Balkonmodule viel einfacher installiert werden.

KSA: Haben Sie an Ihren täglichen Gewohnheiten etwas geändert?

Schadt: Meinen Stromverbrauchsverhalten habe ich geändert, da ich Wäsche möglichst nur noch an sonnigen Tagen wasche. Auch bei anderen häuslichen Aktivitäten, wie Staubsaugen oder backen, richte ich mich danach.

KSA: Welche Tipps können Sie anderen Eigenheimbesitzern geben, die gerade überlegen, ob sie Geld für eine PV-Anlage ausgeben sollen?

Schadt: Bei den aktuellen Zinsen zahlt sich solch eine Anlage meines Erachtens aus, da auch die Elektromobilität im Stadtverkehr im Kommen ist. Und ich kann mit gutem Gewissen eine Klimaanlage betreiben. Wobei es jetzt schon im Dachgeschoss nicht mehr so heiß wird, da die Sonne nicht mehr direkt auf die Ziegel scheint.

KSA: Warum ist eine PV-Anlage aus Ihrer Sicht eine sinnvolle Investition?

Schadt: Der Strompreis wird sicher nicht sinken und wir sollten sofort alles erdenklich Mögliche für unsere Gesundheit und die Umwelt tun. Ich bin richtig stolz, dass ich den Schritt gewagt habe.

Möchten Sie einen Solar-Check vereinbaren oder einen Antrag auf einen SolarBonus stellen? Bitte melden Sie sich bei der Klimaschutzagentur Mannheim in D 2, 5-8 unter 0621/ 862 484 10 oder per E-Mail unter info@remove-this.klima-ma.de.

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