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Dachdämmung: lohnender Aufwand mit spürbarem Nutzen

16.10.2019

Über ein schlecht oder gar nicht gedämmtes Dach gehen bis zu 20 Prozent der Heizenergie verloren. Eine gute Dachdämmung ist deswegen eine sinnvolle Energiesparmaßnahme. Im Interview klärt Timo Spagerer, Energieberater der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg und der Klimaschutzagentur Mannheim, die drei wichtigsten Fragen:

An welcher Stelle wird die Dämmung montiert?
Spagerer: Wer sein Dach selber dämmen möchte, wählt üblicherweise die Zwischen- oder die Untersparrendämmung. Bei beiden Methoden muss das Dach nicht neu gedeckt werden, sondern man arbeitet von innen unter der bestehenden Dacheindeckung. Bei der Zwischensparrendämmung wird das Dämmmaterial zwischen die Sparren geklemmt. Auf der Außenseite sollte eine Unterspannbahn vorhanden sein, damit der Dämmstoff vor äußeren Einflüssen wie Feuchtigkeit oder Tieren geschützt wird. Um Tauwasser in der Konstruktion zu vermeiden, ist außerdem auf der Innenseite ein luftdichter Abschluss notwendig. Die Untersparrendämmung kommt nur dann zum Einsatz, wenn der Platz zwischen den Sparren nicht ausreicht. Der Nachteil der Untersparrendämmung ist eine reduzierte Raumhöhe unter den Dachschrägen. Wer den Raum unter dem Dach maximal ausnutzen und mehr Dämmstärke aufbringen möchte, wählt die Aufsparrendämmung. Der Nachteil dieser Methode: das Dach muss zwingend abgedeckt werden. Das Dämmmaterial wird auf den freigelegten Sparren angebracht. Darüber wird eine Unterspannbahn und eine Quer- und Konterlattung zur Hinterlüftung montiert. Erst dann folgt die neue Dacheindeckung.

Welche Materialien eignen sich für die Dachdämmung?
Spagerer:
Traditionell kommt vor allem Mineralwolle zum Einsatz, die sich gut einpassen lässt. Eine Alternative ist die Dämmung mit Zelluloseflocken, die in einen dichten Zwischenraum geblasen werden. Für die Aufsparrendämmung eignen sich zum Beispiel Holzfaserdämmplatten. Ganz anders sieht es bei allen Gebäuden aus, deren Dachgeschoss weder jetzt noch in absehbarer Zeit bewohnt wird. Dann sollte die oberste Geschossdecke gedämmt werden, sonst wird der unbenutzte Raum im Dachgeschoss immer mitgeheizt.

Kann man das Dach auch selber dämmen?
Spagerer:
Decken zu nicht ausgebauten Dachräumen können durch das Verlegen von Dämmplatten mit vergleichsweise geringem Aufwand energetisch saniert werden, bei handwerklichem Geschick sogar im Do-it-yourself-Verfahren. Zu erforderlichen Dämmstärken und Förderprogrammen sollte man sich im Vorfeld aber fachliche Tipps einholen. Soll das Dachgeschoss als Wohnraum genutzt werden, müssen die Dachschrägen vollständig gedämmt werden. Für die Montage einer Aufsparrendämmung ist die Begehung des Da-ches notwendig. Dies sollte man lieber dem Fachmann überlassen.

Ausführliche Informationen zur Dachdämmung und Luftdichtigkeit erhalten Sie bei der stationären Beratung oder beim Gebäude-Check der Verbraucherzentrale. Mannheimer Haushalte können bei der Klimaschutzagentur Mannheim unter 0621 - 862 484 10 einen kostenfreien Termin vereinbaren. Haushalte außerhalb Mannheims buchen einen Energiecheck der Verbraucherzentrale unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 - 809 802 400. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind die Beratungsangebote grundsätzlich kostenfrei.

Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-bawue.de/energie/energetische-sanierung-39199

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