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Bunte Bilder richtig deuten

19.09.2018

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg und die Klimaschutzagentur Mannheim helfen, Thermografie-Aufnahmen richtig zu verstehen.

Vielen Verbrauchern sind die Aufnahmen mittlerweile vertraut: die Fassade eines Hauses, das in leuchtenden Farben schillert – rot, orange, gelb, blau und grün. Beliebt sind diese Wärmebilder nicht nur bei sanierungsbereiten Eigenheim-Besitzern. Auch Mieter versuchen ihren Vermietern mit den Bildern die schlechte energetische Qualität der Wohnung eindrücklich zu vermitteln.

Tatsächlich geben die Bilder Aufschluss über die Energieverluste, die an Fassaden, Fenstern und Türen entstehen können. Wärmebrücken an Balkonen oder Rollladenkästen, schadhafte Dämmungen und andere Wärmelecks erscheinen in den Aufnahmen weiß, rot oder orange. Bleiben die Bauteile kühl, schimmern sie grün oder blau. „Hauseigentümer erhalten zwar durch die Bilder eine erste Orientierung über den Zustand des Hauses, allerdings bietet eine Thermografie meist keine besonderen Überraschungen im Altbau. Die üblichen Wärmebrücken sind ja meist bekannt und können auch so durch einen Energieberater identifiziert werden. Als Erfolgskontrolle nach einer Sanierung ist eine Thermografie dagegen oft wesentlich sinnvoller“, so Timo Spagerer, Energieberater der Klimaschutzagentur Mannheim und der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Außerdem: Die Kosten für fachmännisch aufgenommene Bilder liegen bei mindestens 300 Euro. Damit bei der Aufnahme auch gute und aussagekräftige Bilder entstehen, müssen einige Punkte beachtet werden: So sollten die Aufnahmen im Winter gegen Sonnenaufgang bei kalten Außentemperaturen erfolgen, das Haus muss vorher konstant beheizt worden sein und es darf nicht regnen. Der Berater, der die Bilder erstellt, sollte sich das Haus auch von innen angesehen haben, um sich so einen Gesamteindruck über mögliche Schwachstellen zu verschaffen.

Denn auch die Auswertung erfordert ein hohes Maß an Fachwissen und Erfahrung. Ohne weitere Kenntnisse lässt sich aus den bunten Bildern nicht ablesen, wie viel Wärme bei einem Haus verloren geht und wie viel davon eine Dämmmaßnahme einsparen könnte. „Die Thermografie allein hilft den Hausbesitzern nicht weiter“, erklärt Spagerer. „Es kommt immer auf die Analyse an. Diese sollten Verbraucher auf jeden Fall einem Experten überlassen“, so der Energieberater weiter. Denn Dächer erscheinen zum Beispiel oft kühl, weil hinter den Ziegeln meist Luft zirkuliert, die die Wärme des Gebäudes weglüftet und so nicht auf der Thermografie erscheint. Der Dämmzustand kann so verfälscht wiedergegeben werden. Außerdem sind Aufnahmen der Fensterflächen auch nicht ohne Weiteres auswertbar, da sie den kalten Himmel reflektieren.

Dass es zu einer Analyse von Schwachstellen nicht immer ein teures Wärmebild braucht, zeigt der Gebäude-Check der Verbraucherzentrale. Denn auch ohne Thermografie können die Energieberater bei einem Rundgang im Haus häufig schon erkennen, an welchen Stellen die meiste Wärme entweicht und abschätzen, wo sich eine Sanierung am ehesten lohnt. Sind Thermografie-Aufnahmen vorhanden, geben die Berater im Rahmen des Checks eine Einschätzung zu energetischen Schwachstellen und sinnvollen Modernisierungsmaßnahmen.

Termine können direkt bei der Klimaschutzagentur Mannheim unter 0621 – 862 484 10 oder unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 809 802 400 bei der Verbraucherzentrale vereinbart weren. Weitere Informationen finden Sie auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

(Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg und Klimaschutzagentur Mannheim)

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